Wir alle kennen das Gefühl, im Hamsterrad der Content-Produktion festzustecken. Der Redaktionsplan ist voll, die Deadlines sind eng, und der Anspruch an die Qualität bleibt hoch. Oft fehlt schlicht die Zeit für tiefergehende Recherchen oder den letzten sprachlichen Feinschliff, weil administrative Aufgaben und Formatierungen wertvolle Ressourcen binden. Seit zwei Jahren experimentiere ich intensiv mit KI-Tools, um genau dieses Dilemma zu lösen. Doch Experimente allein reichten mir irgendwann nicht mehr aus. Deshalb habe ich einen entscheidenden Schritt gemacht: Ich habe meine Expertise auf ein solides Fundament gestellt.
Dank KOMPASS zum KI-Manager
Vor wenigen Tagen habe ich meine Weiterbildung zum „KI-Manager“ bei der IHK Rhein-Neckar erfolgreich abgeschlossen. Ein Großteil der Kosten wird mir übrigens Dank des KOMPASS-Förderprogramms erstattet – als kleiner Hinweis für alle Solo-Selbstständigen da draußen!
Der Schritt war notwendig, weil ich über das bloße Anwenden von Tools hinausgehen, und meine Skills um echtes strategisches Verständnis ergänzen wollte. Wir beschäftigten uns mit der Geschichte der künstlichen Intelligenz, technologischen Grundlagen und rechtlichen Rahmenbedingungen, mit Automatisierungen, dem Einsatz von KI-Agenten und APIs. Auch Prompting-Techniken und das gezielte Suchen von KI-Use-Cases standen auf dem Lehrplan.
Dieses Wissen ermöglicht es mir nun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich weiß jetzt sehr genau, mit welchen Aspekten der Technologie ich mich künftig tiefer beschäftigen werde und welche Hypes oder technologischen Feinheiten ich getrost ignorieren kann. Es geht nicht mehr darum, schnellstmöglich jedes neue Tool zu meistern, sondern darum, robuste KI-Strategien für Unternehmen zu entwickeln, die Bestand haben.
Praxisbeispiel: Mein automatisierter KI-Blog
Theorie ist gut, aber erst die Praxis zeigt den wahren Wert. Mein Abschlussprojekt für den Kurs ist der Beweis dafür, dass Automatisierung und Kreativität keine Gegensätze sind. Ich habe einen teilautomatisierten Blog-Workflow entwickelt, der mir den Rücken freihält. Der Prozess ist so simpel wie effektiv: Ich schicke meinen Input (das kann ein Halbsatz sein, oder ein paar zusammenhängende Gedanken) einfach über Telegram ab. Im Hintergrund greift eine Automatisierung diese Daten, erstellt daraus einen strukturierten Artikel, erstellt ein passendes Header-Bild in einem zuvor festgelegten Stil und legt das Ergebnis fertig formatiert als Entwurf in meinem WordPress ab.
Das Ergebnis ist kein fertiges Produkt, das blind veröffentlicht wird – das wäre fahrlässig. Aber es ist ein massiver Vorsprung. Meine Aufgabe verlagert sich von der Tipparbeit hin zur Qualitätskontrolle. Ich prüfe Fakten, checke Quellen und schleife an der Tonalität. Was früher Stunden dauerte, ist heute oft in Minuten erledigt. Dieses Projekt hat mir gezeigt: So macht der Einsatz von KI in Unternehmen Sinn! Es sollte nicht immer gleich DER Mega-Agent sein, der künftig das gesamte Unternehmen steuert. Prozesse jedweder Größe können analysiert und dahingehend geprüft werden, ob, wie und in welchem Umfang eine Automatisierung möglich und sinnvoll ist.
Gerade kleinere und mittelgroße Unternehmen können von Automatisierungen im Marketing enorm profitieren. Vorausgesetzt, sie erkennen an, dass am Ende jeder Automatisierung immer noch ein Mensch mit fachlicher Expertise die Ergebnisse bewerten und feinjustieren muss.

Redaktionelle Exzellenz trifft KI-Effizienz
Mein Credo für das Jahr 2026 steht fest: Redaktionelle Exzellenz trifft KI-Effizienz. Natürlich liegt der pessimistische Gedanke nahe, dass wir auf eine Zukunft zusteuern, in der nur noch Maschinen mit Maschinen kommunizieren. Doch ich sehe das anders. Wenn ich dank intelligenter Automatisierung nur noch fünf Minuten brauche, um die technische Basis eines Artikels zu erstellen, gewinne ich Zeit zurück. Zeit, die ich in das investieren kann, was wirklich zählt: Kreativität, Empathie und strategisches Denken.
Viele Unternehmen interessieren sich für diese Möglichkeiten, wissen aber nicht, wie sie die PS auf die Straße bekommen. Es reicht nicht, ChatGPT zu öffnen. Man muss die Prozesse dahinter verstehen und neu denken. Ich liebe das geschriebene Wort und ich werde es verteidigen – indem ich die monotone Arbeit der Maschine überlasse, um mich auf den Inhalt zu konzentrieren.
Stehen Sie vor ähnlichen Herausforderungen in Ihrer Unternehmenskommunikation oder möchten Sie wissen, wie solche Workflows auch Ihre Redaktion entlasten können? Lassen Sie uns darüber sprechen, wie wir Ihre Prozesse effizienter gestalten.


